Vor der Schule

Bevor Kinder mit dem eigentlichen Erwerb der Kulturtechniken beginnen, gelten bestimmte Fertigkeiten als Fundament für das Lesen, Schreiben und Rechnen. Deshalb kann bereits die Zeit vor Schuleintritt, also das Kindergartenalter, genützt werden, den Kindern Basisfertigkeiten für einen guten Schulstart mitzugeben. Zeigt ein Kind bereits im Kindergarten in den sogenannten Vorläuferfertigkeiten Schwächen, kann es beim Lesen-, Schreiben- und Rechnen lernen möglicherweise zu Schwierigkeiten kommen.

Beim Schriftspracherwerb (Lesen und Schreiben) gilt die phonologische Bewusstheit als wesentliche Vorläuferkompetenz. Dabei geht es um ein „Gespür für Sprache“, um das Gliedern von Wörtern in Silben, das Erkennen von An-, In- und Auslauten sowie dem Zerlegen bzw. Zusammensetzen von Wörtern mit Hilfe der einzelnen Laute. Auch das Reimen und das genaue Hinhören auf Geräusche, Stimmen, etc. gehören zu diesem wichtigen Bereich.

In der Mathematik spricht man von pränumerischen und numerischen Vorläufern. Dazu zählen unter anderem das Erfassen und Vergleichen von Mengen, das Zählen, das Ordnen und Sortieren von Dingen nach bestimmten Kriterien (z. B. Farbe, Form, etc.), die Orientierung im Raum bzw. räumliche Vorstellung und das Bilden von Mustern bzw. Reihen.

Für die vorschulische Förderung dieser Vorläuferfertigkeiten gibt es mittlerweile einige evidenzbasierte Trainingsprogramme, die im Kindergarten, der Vorschule, aber auch innerhalb des Elternhauses eingesetzt werden können. Die Effektivität dieser spezifischen Förderung konnte bereits in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden.